It takes a village to raise a child

Dieses Sprichwort könnte man als einen Leitspruch von Community Education sehen: Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. Und weil der Spruch so schön griffig ist, war ich heute wieder einmal in Versuchung, ihn in einen Text einzubauen. Nur mal eben nach der Quelle googlen, dachte ich; “Afrikanisches Sprichwort” klingt doch ein bisschen platt. Das Ergebnis hat mich überrascht: Nicht genug damit, dass man zu einem Buch von Hillary Rodham Clinton geleitet wird - darüber hinaus gibt es in einem Forum über afrikanische Geschichte eine lebhafte Diskussion über die Herkunft des Sprichworts. Quintessenz: Die Herkunft ist mehr als unklar und kann zum ersten Mal in den 70er Jahren in Chicago nachgewiesen werden;  außer Hillarys Buch gibt es ein Kinderbuch gleichen Titels, in dem die US-Amerikanerin Jane Cowen-Fletcher, die in Benin gelebt hat, dieses Land und seine Kultur amerikanischen Kindern nahe bringt. Cowen-Fletcher behauptet darin, das Sprichwort komme aus Benin - was aber von keiner anderen Quelle belegt werden kann. Ein Teilnehmer an der Forumsdiskussion beklagt den ‘inhärenten Rassismus’ der Zuschreibung eines Sprichworts als ‘afrikanisch’ - schließlich käme ja auch niemand auf die Idee, von einem ‘europäischen’ Sprichwort zu reden, sondern man würde, wenn, dann von einem französischen, polnischen oder vielleicht auch katalanischen Sprichwort reden. Schließlich und endlich gibt es einige Belege dafür, dass es eigentlich auf amerikanische Ureinwohner zurück geht.

Wieder was gelernt - bzw. ein weiteres Mal gelernt, der Oberfläche zu misstrauen.

Abschiede

Das letzte Präsenzwochenende von Educational Media war für mich ein vorläufiger Abschied: Ich habe zunächst ein Urlaubssemester genommen und bin damit nicht mehr in meiner Lerngruppe, den Edumaniax. Was schade ist - denn es ist eine wirklich nette Truppe, wie ja auch in den Beschreibungen unseres letzten Gruppentreffens in verschiedenen Blogs deutlich wurde. Nun hoffe ich, dass die vielen versprochenen Berlin-Reisen auch stattfinden - vielleicht kommt Barbara ja schon zum Wohnzimmerkonzert des Mannenkoors in ein paar Tagen. Oder?

FISCHBOWL

Ist das ein Druckfehler? hab ich mich als erstes gefragt. Nein, ein Wortspiel: Der Betreiber dieses Blogs heißt Fisch und ist Lehrer an der Arapahoe High School, Colorado, USA. Der Blog bietet einen Rahmen, in dem Lehrer Konstruktivismus und die neuen Lernformen des 21. Jahrhunderts diskutieren.

Der aktuelle Eintrag beschreibt eine Podiumsdiskussion über die Kompetenzen, die heute aufwachsende Schüler brauchen: Ist es eher Wissen - oder eher Fähigkeiten, unter anderem die Fähigkeit, Neues zu erlernen? Gibt es Widersprüche zwischen der Anforderung, individuell erfolgreich zu sein, und als Mitglied eines Teams Erfolg zu haben?

Einen Moment dachte ich, dass alle Fragen, die sich um Erziehen drehen, über die Jahrhunderte eine gewisse Konstanz haben, und sich nur die Form ändert (also jetzt eben web 2.0). Aber ganz so stimmt es natürlich auch nicht: Denn der Übergang vom ‘Stofflernen’ zum ‘Lernenlernen’ hat durchaus das Zeug zu einer kleinen Kulturrevolution.

In jedem Fall: Ein interessanter Link!

Über den Dächern Neuköllns

Im Rahmen des einmaligen Kulturfestivals “48 Stunden Neukölln” gibt es ein Wohnzimmerkonzert des Mannenkoors.

Mehr zum Mannenkoor…  

 48 h neukölln

US-Schulen schaffen Computer ab

Was Studierende bei Educational Media schon längst wissen, steht jetzt auch in der Berliner Zeitung: e-Learning kann, muss aber nicht selbstständiges Lernen unterstützen. Ganz im Gegenteil kann es passieren, dass Schüler mit den teuren Laptops nur rumdaddeln, aber dabei eigentlich überhaupt nichts lernen, oder jedenfalls nichts, was nach gängiger Vorstellung gelernt werden sollte. Interessant auch: Es stimmt nicht, dass Computerbenutzer bessere Lerner sind als Nicht-Nutzer; rechnet man sozio-ökonomische Faktoren heraus, dann ist es gerade umgekehrt….

Rote Schafe und schwarze Tücher

In Baden-Württemberg schlagen 100 Schulleiter Alarm: Sie fordern den überfälligen Wechsel vom dreigliedrigen Schulsystem zur Gemeinschaftsschule. Das ist schon ein bisschen erstaunlich, denn erstens sind die politischen Vorzeichen im Ländle sehr eindeutig FÜR das dreigliedrige System, und zweitens gehört Baden-Württemberg mit Bayern zu den Ländern, die bisher eher mit einem gewissen Naserümpfen auf die angeblich gleichmacherisch geprägten Nordländer geblickt haben. Nun aber scheinen auch im Süden die Probleme an Haupt- und Sonderschulen so massiv zu werden, dass massiv nach einer Strukturreform gerufen wird. Die Forderung ist allerdings von der Landesregierung gleich zurückgewiesen worden. In Berlin hat der Senat derweil den Beginn der Pilotphase zur Gemeinschaftsschule beschlossen - allerdings, wie es scheint, leider mit ein paar Pferdefüßen gespickt: So sei die Rolle der Schüler und Eltern bei der Gestaltung der Gemeinschaftsschule zu gering, so jedenfalls Rita Süßmuths Stellungnahme in einer Sitzung des Beirats des Programms.

Fazit: Beim Thema Gemeinschaftsschule funktionieren die üblichen Rechts-Links-Schemata ganz prächtig - zum Schaden der Haupt- und Sonderschüler, die am Ende einen beinah wertlosen Abschluss in der Tasche haben - bzw. unter anderen Vorzeichen zu geringe Möglichkeiten haben, das Schulleben aktiv mitzugestalten.

Wo komme ich aus, wenn ich vor meiner Haustür ein tiefes Loch buddle?

Wer das auch schon immer wissen wollte: Jetzt ist Hilfe in Sicht. Nach Eigenauskunft ‘eine weitere dämliche Anwendung für google Maps’ gibt genau den gegenüberliegenden Punkt an; zu etwa 70 % landet man dabei natürlich irgendwo in den auch von google earth nicht näher beleuchteten Tiefen der Ozeane, aber ein paar Kombis Land-zu-Land gibt es auch, etwa von Südamerika nach Sibirien. http://map.talleye.com/bighole.php

Von der Leichtigkeit des Seins

Heute ist ein leichter Tag: Ich habe einige der Evaluationsberichte, die mich in den letzten Monaten beschäftigt haben, jetzt abgeschickt - und, was besonders erstaunlich ist, von unserem Steering Committee schon zwei anerkennende Rückmeldungen bekommen. Wir sind zwar noch nicht so ganz durch mit allem, aber trotzdem fühlt sich das Leben schon wieder viel leichter an als ich es in letzter Zeit gewohnt war. Ob sich das auch auf der Waage widerspiegelt?

PS: Sollte jemand Interesse haben: Einige der Werke sind inzwischen online…

Internet als Entwicklungsmotor

Eine Studie des Zentrums für Entwicklungsforschung (Uni Bonn) kommt zu klaren Ergebnissen: Internet und Mobiltelefone sind die wichtigsten Informationsquellen in afrikanischen Ländern südlich der Sahara und zudem wichtige Instrumente demokratischer Entwicklung. Im Zuge der Studie wurden 200 Nicht-Regierungs-Organisationen in Kenia, Äthiopien und Südafrika befragt. Erstaunlich: Nach Ansicht der Befragten hat die Förderung von Informations- und Kommunikationstechnologien einen ähnlich hohen Stellenwert wie die Förderung der Grundbedürfnisse - als zentrale Informationsquellen in Zeiten rasanten gesellschaftlichen Wandels. Für die Befragten haben neue Medien (Internet, Handy, Computer) inzwischen eine wichtigere Bedeutung als klassische Medien (TV, Radio, Zeitung).

Näheres…

Das ist Wissenschaft!

In einem Artikel über psychologische Forschungsdesigns bin ich eben auf folgende Blüte gestoßen, in der ‘Reifung’ als ‘Störfaktor’ identifiziert wird:

“Wie gut das A-B-Desing interpretierbar ist, hängt mitunter auch von den Daten ab, sowie von den Möglichkeiten, die potentiellen Störfaktoren (insbesondere Reifung und zwischenzeitliches Ereignis) sonstwie zu kontrollieren. ”

Quelle: http://www.phil.uni-sb.de/~jakobs/seminar/vpl/einzel/einzelfall.htm#multiple