Die Sprache der Bundesrepublik ist…?

Meine Empfehlung für einen Radiobeitrag im Deutschlandfunk über die weise Idee der CDU, “deutsch” als Sprache der Bundesrepublik ins Grundgesetz zu schreiben. Ich muss wirklich sagen, dass ich bisher ohne diese Klarstellung vollkommen orientierungslos vor mich hin geredet habe. Mehr zufällig war auch viel deutsch darunter, ich will fast sagen, dass ich sogar überwiegend deutsch gesprochen habe. Jetzt erst wird mir klar, dass ich dies vollkommen ohne Rechtsgrundlage getan habe. Das ist selbstverständlich ein Zustand, der schleunigst beendet werden muss. Aber pronto!

Bücher: Eine Empfehlung, ein Verriss

Allen, die sich mit der Kunst der Pädagogik im allgemeinen und besonderen beschäftigen, kann ich von Herzen Frank McCourt’s Tag und Nacht und auch im Sommer. Erinnerungen ans Herz legen.Ja, es ist der McCourt von “Die Asche meiner Mutter”, und das Buch ist zeitlich gesehen eine Fortsetzung: Es handelt von den grob gerechnet 30 Jahren, die er in den USA als Lehrer gearbeitet hat - also nach der dramatischen Kindheit in Irland, der Übersiedlung in die USA und einer wiederum schwierigen Anfangszeit, die in “Ein rundherum tolles Land” beschrieben wird.

In seinem dritten Buch nun kommt die traurige Kindheit in Irland zwar immer wieder vor, aber nur als Referenz an eine vergangene Zeit. Das Buch liest sich “leicht”, womit nicht flach gemeint ist, sondern ein bestimmter humorvoller, leicht ironischer Tonfall, der sich durch den Text zieht. Wie gelingt es einem Lehrer, Jugendlichen Bildung nahe zu bringen - beispielsweise als Sprachenlehrer so sperrige und unnütze Dinge wie Literatur? Es gelingt McCourt - mit einer Mischung aus menschlicherAufmerksamkeit, einer großen Akzeptanz für die Welt und die Denkweisen seiner Schüler und geradezu eiserner Solidarität mit ihnen, und drittens mit vollkommen unkonventionellen, teils verrückten Ideen, die auch die härteren seiner New YorkerJungs überraschen und so für die Sache gewinnen. Meine Empfehlung!

Dagegen möchte ich hier in aller Form von der Lektüre von Paulo Coelhos Jugendroman “Brida” abraten. Es kommt so harmlos daher als ein Roman über die Suche einer jungen Frau nach der wahren Liebe - und entpuppt sich dann zusehends als, entschuldigt die Wortwahl, gequirlte Scheiße. Es stellt sich heraus, dass Brida eine Hexe ist, weswegen sie auf Geheiß ihrer wissenden Meister seltsame und vollkommen schräge Dinge lernen muss, deren Sinnhaftigkeit sich ihr erst nach langer Zeit, mir aber bis zum Schluss nicht erschließt. Der Text verquirlt Esoterik, Halbwissen über Hexentraditionen mit wahllos zusammengewürftelten Versatzstücken christlicher Überlieferung zu einem Brei aus Halbgarem, Halbgewusstem, Halbgefühltem. Es ist eine Geschichte über die Suche: Aber eine, die nicht zum Selberfinden, Selberentdecken und Selberdenken ermutigt, sondern eine, die das Heil der Suchenden in einer nicht begründbaren und Begründungen nicht erwartenden Parallelwelt verortet, vor dem man Menschen, die wirklich ernsthaft nach Orientierung suchen, nur warnen möchte.

Das erste Buch, das ich weggeschmissen habe.

Fly me to the moon

Hier geht’s zu dem diesjährigen Beitrag des Mannenkoors und des Prof. Pepper’s Trio zu 48 Stunden Neukölln.

PS: Der Mannenkoor sucht derzeit einen chorerfahrenen Tenor. Interessenten bitte bei mir melden. In dem Fall auch in Zeiten von Gender Mainstreaming ohne großes I ;-)

Ein Bild sagt mehr…

Das Zentralorgan der Mecklenburger Ostseeküste ist die Ostsee-Zeitung, ein großartiges Blatt. Seht selbst:

Ostsee-Zeitung

Glauben oder wissen?

Einer der bekanntesten Atheisten unserer Zeit, der amerikanische Wissenschaftler Richard Dawkins, stellt in seinem Buch vom “Gotteswahn” unter anderem die These auf, dass Bildung und Religiosität negativ korrelieren, das heißt: Je höher das Bildungsniveau, desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer religiösen Einstellung und umgekehrt.

Wie schätzt man vor diesem Hintergrund die Meldung ein, dass Albert Einstein - gemäß seiner jetzt erschienenen Biographie - die Religion als “kindlichen Aberglauben” bezeichnet hat? “Für mich ist der Begriff ‘Gott’ ein Ausdruck menschlicher Schwäche; die Bibel eine Sammlung ehrenwerter, aber primitiver Märchen”, so jedenfalls schrieb Einstein im Jahr 1954 an den Philosophen Eric Gutkind.

Ist er - als Schulversager und begnadeter Wissenschaftler in einer Person - Ausnahme oder Bestätigung der Regel?

Das schönste Wort mit Migrationshintergrund

Das Goethe-Institut hat einen Wettbewerb ausgerufen, um das schönste “Wort mit Migrationshintergrund” zu küren - und 3.500 Einsender haben geantwortet. Jetzt stehen die Gewinner in drei Kategorien fest: “Tollpatsch” hat die Jury besonders überzeugt; dass dieses Wort den weiten Weg aus Ungarn hinter sich hat - wer hätte das gewusst? Für die Schulklassen-Jury war klar, dass ein “Milchshake” eben viel besser klingt als ein germanischer Milchschüttler. Für das von der Jugend-Jury ausgewählte “Chaos” sprach insbesondere die gewandte Begründung, die ausgehend von einer etymologischen Betrachtung des griechischen Ursprungsworts elegant eine Brücke schlug zu den verschiedenen Zuständen des Zimmers des Einsenders (von “leerer Raum” bis “wüstes Durcheinander”).

Mein Lieblingsmigrantenwort hat es leider nicht geschafft - deswegen hier eine besondere Würdigung: “Wer sich an einem deutschen Samstag in seinem Garten, zwischen Apfelbaum und Jägerzaun, für eine bescheidene halbe Stunde in seine Hängematte flegelt, um in enttäuschter Sehnsucht von karibischer Ruhe zu träumen, findet immerhin Trost in der Sprache.” Die “Hängematte” ist aus der haitianischen Ureinwohnersprache (”Amaca”) über Spanien (”Hamaca”) und Holland (”Hangmak”) ins Deutsche eingewandert. Und so blicke ich in den frühlingshaft blühenden Neuköllner Apfelbaumgarten - zum Glück ohne Jägerzaun - und denke noch einmal einen Moment verträumt an den Nationalpark an der kolumbianischen Karibikküste, wo ich, in meiner Hamaca liegend, sanft bei Meeresrauschen in den Schlaf geschaukelt bin.

Zum Auswandern, der Gedanke!

Trip to Asia

Wer bisher dachte, dass klassische Profimusiker mit der Zeit abgeklärt werden, dem sei dringend der Film A trip to Asia empfohlen. Es ist unglaublich: auch nach Jahrzehnten immer wieder Lampenfieber, immer wieder die Nervosität, ob die gleiche hohe Leistung erbracht werden kann, und der gleiche Rausch, wenn aus vielen einzelnen Stimmen vieler einzelner Individuen ein großes Konzert wird. Unbedingt ansehen!

Mannenkoor proudly presents: mannenkoor.de

Unser Chörchen hat durch den tatkräftigen Einsatz von Matthias’ Bruder jetzt eine eigene Website; noch ausbaufähig, aber immerhin. Dabei hab ich gleich was Neues gelernt: a cappella ist italienisch und schreibt sich also mit zwei p’s.

A … as president?

Vorwahlen in den USA: Bei den Demokraten läuft es auf einen Zweikampf zwischen Obama und Clinton hinaus - historisch erstmalig also zwischen einem Schwarzen und einer Frau. Aber sind die Amerikaner reif für eine Präsidentin? Oder einen schwarzen Präsidenten?

Um diese Frage zu ergründen, werden in den USA Meinungsumfragen durchgeführt, die etwa so lauten: Wenn Ihre Partei eine insgesamt gut qualifizierte Person als Präsidentschaftskandidat aufstellen würde, die zufällig … ist: würden Sie für diese Person stimmen? Und statt der Pünktchen werden dann verschiedene Möglichkeiten vorgestellt.

Nach diesen Ergebnissen müssten sich weder Clinton noch Obama größere Sorgen machen: 86% der Amerikaner würden für eine Frau und sogar 93% für einen schwarzen Kandidaten stimmen. Das war nicht immer so: 1958 hätten nur 38% für einen Schwarzen gestimmt, 1967 - auf dem Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung - auch erst 53%. Ähnlich bei den Frauen: 1958 hätten erst 54% für eine weibliche Präsidentin gestimmt; die Quote nahm langsam zu und erreichte 1999 mit 92% ihren Höhepunkt und ist seitdem leicht rückläufig.

Nahezu völlig akzeptiert als präsidiabel sind heute auch andere Gruppen: 93% hätten kein Problem mit einem katholischen Präsidenten (1937: 60%) , 91% würden einem jüdischen Kandidaten ihre Stimme geben (1937: 46%). Mormonen und Hispanics liegen in den 80ern und sind damit auch noch einigermaßen akzeptiert.

Aber jetzt wird’s eng: Homosexuelle- igitt, sagen jedenfalls 41% der Amerikaner, nur 56% könnten sich einen schwulen Präsidenten oder eine lesbische Präsidentin vorstellen. Was aber gar nicht geht: Atheist zu sein: Für 48% unwählbar, nur 46% könnten sich einen gottlosen Präsidenten vorstellen.

Schneller!

Seit ein paar Tagen habe ich ein neues PC-Beschleunigungs-System: Speed up my PC. Es war einfach notwendig: Die Langsamkeit beim Hochfahren… ihr kennt es.

Das Programm hat einen Systemcheck gemacht, und statt einem roten Pfeil auf der Bremse steht jetzt alles auf grün.

Auch sonst ist die Software eingeschlagen wie eine Bombe: Beim Hochfahren wird jetzt - neben Virenschutz usw. - auch Speed up my PC gestartet. Das dauert ein bisschen, und natürlich kann man in der Zeit auch keine Programme starten.

Aber ein bisschen Geduld muss man für die Beschleunigung schon aufbringen.
Schneller!