Das schönste Wort mit Migrationshintergrund

Das Goethe-Institut hat einen Wettbewerb ausgerufen, um das schönste “Wort mit Migrationshintergrund” zu küren - und 3.500 Einsender haben geantwortet. Jetzt stehen die Gewinner in drei Kategorien fest: “Tollpatsch” hat die Jury besonders überzeugt; dass dieses Wort den weiten Weg aus Ungarn hinter sich hat - wer hätte das gewusst? Für die Schulklassen-Jury war klar, dass ein “Milchshake” eben viel besser klingt als ein germanischer Milchschüttler. Für das von der Jugend-Jury ausgewählte “Chaos” sprach insbesondere die gewandte Begründung, die ausgehend von einer etymologischen Betrachtung des griechischen Ursprungsworts elegant eine Brücke schlug zu den verschiedenen Zuständen des Zimmers des Einsenders (von “leerer Raum” bis “wüstes Durcheinander”).

Mein Lieblingsmigrantenwort hat es leider nicht geschafft - deswegen hier eine besondere Würdigung: “Wer sich an einem deutschen Samstag in seinem Garten, zwischen Apfelbaum und Jägerzaun, für eine bescheidene halbe Stunde in seine Hängematte flegelt, um in enttäuschter Sehnsucht von karibischer Ruhe zu träumen, findet immerhin Trost in der Sprache.” Die “Hängematte” ist aus der haitianischen Ureinwohnersprache (”Amaca”) über Spanien (”Hamaca”) und Holland (”Hangmak”) ins Deutsche eingewandert. Und so blicke ich in den frühlingshaft blühenden Neuköllner Apfelbaumgarten - zum Glück ohne Jägerzaun - und denke noch einmal einen Moment verträumt an den Nationalpark an der kolumbianischen Karibikküste, wo ich, in meiner Hamaca liegend, sanft bei Meeresrauschen in den Schlaf geschaukelt bin.

Zum Auswandern, der Gedanke!

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