In Baden-Württemberg schlagen 100 Schulleiter Alarm: Sie fordern den überfälligen Wechsel vom dreigliedrigen Schulsystem zur Gemeinschaftsschule. Das ist schon ein bisschen erstaunlich, denn erstens sind die politischen Vorzeichen im Ländle sehr eindeutig FÜR das dreigliedrige System, und zweitens gehört Baden-Württemberg mit Bayern zu den Ländern, die bisher eher mit einem gewissen Naserümpfen auf die angeblich gleichmacherisch geprägten Nordländer geblickt haben. Nun aber scheinen auch im Süden die Probleme an Haupt- und Sonderschulen so massiv zu werden, dass massiv nach einer Strukturreform gerufen wird. Die Forderung ist allerdings von der Landesregierung gleich zurückgewiesen worden. In Berlin hat der Senat derweil den Beginn der Pilotphase zur Gemeinschaftsschule beschlossen - allerdings, wie es scheint, leider mit ein paar Pferdefüßen gespickt: So sei die Rolle der Schüler und Eltern bei der Gestaltung der Gemeinschaftsschule zu gering, so jedenfalls Rita Süßmuths Stellungnahme in einer Sitzung des Beirats des Programms.
Fazit: Beim Thema Gemeinschaftsschule funktionieren die üblichen Rechts-Links-Schemata ganz prächtig - zum Schaden der Haupt- und Sonderschüler, die am Ende einen beinah wertlosen Abschluss in der Tasche haben - bzw. unter anderen Vorzeichen zu geringe Möglichkeiten haben, das Schulleben aktiv mitzugestalten.