Feierliche Rückbenennung von Neukölln in Rixdorf

Meine Empfehlung dieses Jahr bei 48 Stunden Neukölln. Neukölln heißt ja erst seit 1912 so; Grund für die Umbenennung war damals das schlechte Image, das am Namen Rixdorf klebte. Ein Beispiel also für eine mehr als misslungene Imagekorrektur durch einen neuen Namen. Zeit also für eine Rückkehr nach Rixdorf, wo die Musike ist - in diesem Fall Musike von meiner Band, die das Event begleitet und kommentiert.

Mehr dazu: 

Ein kurzer Film über ein langes Musikstück

In der Halberstädter Kirche läuft das mutmaßlich längste Musikstück der Welt, ein Orgelstück von John Cage mit einer Gesamtaufführungsdauer von 639 Jahren, beginnend mit einer mehrmonatigen Pause, in der nur das Gebläse der Orgel zu hören war. Dieses alle Vorstellungsgrenzen sprengende Stück ist zum Thema eines Kurzfilms mit dem lyrischen Titel “Es wird einmal gewesen sein” geworden, den ich heute bei den Oberhausener Kurzfilmtagen sehen konnte. Der Film ist begleitet von einem dauerhaften etwas schrägen, von der Cage Orgel gespielten Akkord, der am Ende durch die Ergänzung einer neuen Pfeife in einen anderen, aber immer noch schrägen Akkord verwandelt wird. Spannend ist also zu hören, ob der nächste Akkord etwas harmonischer wird - und ob er auch, wie der im Film dargestellte, nur eine Ergänzung des bestehenden Akkords um einen Ton ist, oder ob der “Tonwechsel” mit einem “Akkordwechsel” mit gänzlich neuem Klang einhergeht. Also, ganz klar: Zum nächsten Tonwechsel gehts ab nach Halberstadt.

Geschafft!

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Wahlaufruf - aktualisiert

… für Turgut Altug, der nominiert ist für den Publikumspreis des taz-Panter-Preises.

Er ist Gründer des Türkisch-Deutschen Umweltzentrums, das in diesem Jahr eröffnet wurde, und Herausgeber der MigrantenUmweltZeitschrift. Ein weiteres seiner Projekte sind die interkulturellen Gärten im Görlitzer Park.

Hier  gehts zur Abstimmung…


Gewonnene Jahre

Meine Empfehlung für einen Artikel in der NZZ mit diesem Titel: Eine klug durchdachte Argumentation gegen das Bild einer überalternden Gesellschaft. Nur ein paar Schlaglichter: Die “jungen Alten” bleiben länger gesund und vital; das heißt, es gibt eigentlich gar kein Problem der Überalterung, weil die an Jahren älter werdende Bevölkerung dennoch fit bleibt. Eine sehr willkommene quer gelesene und gewendete Sicht auf ein zum Gemeinplatz gewordenes Phänomen.

Kein Kommentar

Der Bundesrat hat das europäische Schulobst-Programm für Deutschland vorerst blockiert. Die Länderkammer beschloss, wegen der strittigen Finanzierung den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat anzurufen. Die Länder wehren sich dagegen, dass sie die EU-Hilfen von 20 Millionen Euro mit 12,5 Millionen Euro aufstocken sollen. Sie fordern, dass der Bund die Kosten für das Programm übernimmt. Dies hatte der Bundestag zurückgewiesen.

Die geplanten Maßnahmen würden den Absatz landwirtschaftlicher Produkte fördern und fielen somit in die Zuständigkeit des Bundes, argumentieren die Länder.

Quelle: tagesschau.de

Gelegenheiten

Zum ersten Mal als Kreuzberger 48 Stunden Neukölln erlebt - es ging ganz gut, es ist ja immer noch zu Fuß zu erreichen. Mein Favorit diesmal: Gelegenheiten e.V. - eine Künstlertruppe, die in einem alten Ladenlokal eine kleine Ausstellung präsentiert haben, die sich um eine Bananenschalenhochhebmaschine gruppierte. Die Maschine stand im Hinterraum, ließ sich durch einen Heimtrainer betreiben und quietschte dabei erbärmlich. Dabei kam es zu einer leichten Auf- und Abbewegung, die über ein sehr festes Kunststoffband und mehrere Ecken in den Eingangsbereich übertragen wurde, wo sich die Bänder verzweigten und jeweils an einem an der Decke hängenden schwarzen Fetzen endeten, die so im gleichen Takt auf- und abbewegt wurden. Wie sich herausstellte, waren die Fetzen geschwärzte Bananenschalen. Kurzum: Alle Zutaten für große Kunst waren beisammen: Ein paar Verrückte, die ihren nicht alltäglichen Ideen trauen; Lust am Spiel und Experiment; und die Entschlossenheit, gegen alle technischen und sozialen Einwände ein Projekt durchzuziehen. Glückwunsch!

Musik!

In der Schöneberger Crellestraße ist ein Chorfest, und natürlich ist der Mannenkoor dabei: um 15:30 an der Crellestraße 46. Mehr infos…   Noch mehr Infos….

Vorsicht, Eigenwerbung!

Das Buch, das ich mit einer Kollegin herausgebe, kommt erst im August in den Buchhandel, ist aber jetzt schon auf allen einschlägigen Websites vertreten. Besonders beeindruckt hat mich diese japanische Seite. Das Buch soll demnach 4.000 Yen kosten. Ich bin gespannt, ob ich irgendwann mal Post von begeisterten oder empörten Lesern aus Japan bekomme.

Ethik

Die Befürworter der Kampagne “Pro Reli” in Berlin haben es geschafft, den Fokus der Diskussion vom eigentlichen Thema abzulenken und auf einen Nebenaspekt zu richten: den der Wahlfreiheit. Auf dieser Grundlage behaupten sie nun, dass die Abstimmung am kommenden Sonntag eine Abstimmung über die Freiheit sei - so als wären im toleranten Berlin gerade grundlegende Freiheitsrechte bedroht. Dieser Schachzug war so geschickt, dass auch die Befürworter von “Pro Ethik” darauf hereingefallen sind und - jedenfalls zu Beginn der Kampagne - weniger über das Fach Ethik geschrieben haben als über einen angeblichen “Wahlzwang”, den man abwehren müsse - ein mehr als schwaches Argument für ein starkes Anliegen.

Denn die Grundidee des Fachs Ethik, wie es der Senat vorschlägt, ist für eine Stadt wie Berlin bestechend:

  • Fragen von Ethik und den Grundlagen des Zusammenlebens werden verbindlicher Bestandteil des Lehrplans: denn evangelischer oder katholischer Religionsunterricht ist für die Sunniten, Aleviten, Shiiten, Buddhisten, Hinduisten, Konfuzianer, ganz zu schweigen von den “Non-believers” natürlich nicht attraktiv und wird daher abgewählt.
  • Ethische Fragen werden so im Klassenverband mit allen Schülerinnen und Schülern diskutiert, unabhängig davon, welche Weltanschauung sie selbst bzw. auch das Lehrpersonal vertreten.

Wenn es also tatsächlich stimmen sollte, dass es kulturell geprägte “Parallelgesellschaften” gibt in einer großen Stadt wie Berlin - dann ist ein Fach wie “Ethik” ein wichtiger Schritt, um Räume des Dialogs zu schaffen. Zum zweiten ist es ein passender Rahmen, um sich über diejenigen Werte zu unterhalten, die die Basis bilden für das gesellschaftliche Leben insgesamt. Drittens bietet das Fach die Möglichkeit, Kernelemente unterschiedlicher Religionen kennen zu lernen - nicht nur der eigenen. Das heißt, dass am Ende mehr Schülerinnen und Schüler als jetzt sich mit Kernaussagen des Christentums befassen als bisher. Wer sich darüber hinaus intensiver mit einer bestimmten Religion beschäftigen möchte, kann dies im konfessionellen Religionsunterricht - oder auch im Rahmen eines konfessionellen Jugendverbands tun.

Ich finde diesen Ansatz überzeugend - und stimme am Sonntag mit “Nein”.